In den letzten Tagen habe ich mein gesamtes Werkverzeichnis überarbeitet und die Kaufpreise neu bewertet.

Gut für alle Interessierten: Einige Werke sind nun etwas günstiger. 🍀
Nicht weil sie weniger wert wären, sondern weil ich meine Preisstruktur nachvollziehbarer und fairer gestalten wollte.

Kunst und ihre Kaufpreise. Ein Thema das so wichtig ist und viele beschäftigt. Mich als Künstler ebenso wie die Menschen, die Kunst kaufen oder sich einfach für zeitgenössische Malerei interessieren. Mit diesem Beitrag möchte ich zeigen, was hinter dem Preis eines Kunstwerks steckt.

Über Wert, nicht über reine Zahlen

Der Preis eines Kunstwerks entsteht nicht zufällig. Er spiegelt Zeit, Hingabe, Material, Erfahrung und Energie wider. Und vor allem steht er für das, was Kunst im Innersten ausmacht: Ausdruck, Persönlichkeit und Bedeutung.

Viele denken beim Kaufpreis für ein Kunstwerk zuerst an die sichtbare Arbeit. Also an die Stunden, die direkt auf der Leinwand stattfinden. Doch der wahre Aufwand beginnt schon weit vor der Fertigstellung. Denn jedes Werk beginnt als Gedanke, wächst in Skizzen, Schichten, Pausen und Momenten des Zweifelns, bis es schließlich zu dem wird, was man auf der Leinwand sieht. Wochen oder Monate kreativer Entwicklung, die Suche nach dem richtigen Ausdruck, das Ausprobieren von Farben, Kompositionen und Techniken. Dazu kommen die Materialkosten: Leinwände, Farben, Firnisse, Werkzeuge, Malmittel, Pinsel, Rahmen und vieles mehr.

Weiter entstehen mir als Künstler noch Kosten und Zeitinvest wie die Ateliermiete, Energie, Versand, Fotografie der Werke, Pflege der Webseite, Social-Media-Arbeit, E-Mail-Kommunikation, Ausstellungen, Plattformgebühren und Werbekosten. All das fließt, sichtbar oder unsichtbar, in jedes einzelne Werk ein.

Die wichtige emotionale Seite spielt natürlich auch eine Rolle: die Konzentration, das Ringen um Balance, die Energie, die ich in jedes Bild lege. Genau das macht Originale doch so besonders: sie tragen die Handschrift eines echten Prozesses.

Zwischen Wertschätzung und Zugänglichkeit

Ich habe im Laufe der Jahre viele Gespräche mit Galerien, Sammlerinnen und Sammlern sowie anderen Künstlern geführt. Zwei Sätze sind mir besonders geblieben:

„Verkauf dich nicht unter Wert.“
„Ein zu niedriger Preis kann ein Kunstwerk entwerten.“

Diese Aussagen sind kein Ausdruck von Überheblichkeit, sondern von Respekt. Vor der Kunst und vor den Menschen, die sie erwerben. Denn ein fairer Preis sorgt für Vertrauen. Wer Kunst kauft, soll sicher sein, dass der Preis den tatsächlichen Wert widerspiegelt: die Qualität, den Entstehungsprozess und die Echtheit des Werkes.

Mein Maßstab: Fairness und Transparenz

Um meine Preise nachvollziehbar und fair zu gestalten, orientiere ich mich wieder am klassischen Künstlerfaktor. Also eine Berechnung mit der Länge, Breite und Faktor. Letzterer wird beeinflusst durch die unten aufgezählten Punkte. Kurz gesagt berücksichtigt der Faktor meine künstlerische Erfahrung, die Qualität der Arbeit, bisherige Ausstellungen und Verkäufe sowie den Aufwand, der in jedes Werk fließt. Diese Methode ist transparent und leicht erklärbar. Für Interessierte ist das verständlich und nachvollziehbarer als abstrakte Bewertungssysteme.

In diesem Jahr hatte ich eine Bewertung meiner Arbeit über das unabhängige System Akoun vornehmen lassen. Diese Einschätzung war wertvoll, zeigte mir aber auch, dass solche Zertifizierungen je nach Format, Markt und subjektiver Einschätzung stark variieren können. Mit dem klassischen Faktor habe ich nun wieder eine klare, konstante und vor allem greifbare Grundlage gefunden. Für mich ebenso wie für meine Käuferinnen und Käufer.

Ich bleibe dabei: Meine Preise sollen fair und nachvollziehbar sein, zugänglich, ohne an Wertschätzung zu verlieren.

Was hinter dem Preis eines Kunstwerks steckt

Wie ich oben beschrieben habe, ist ein Kunstwerk weit mehr als Farbe auf der Leinwand. Hinter jedem Preis stehen viele sichtbare und unsichtbare Faktoren, u.a.:

  • Wochen oder Monate kreativer Arbeit
  • Materialkosten für Leinwände, Farben, Firnisse, Malmittel, Werkzeuge, Pinsel, Verpackungen
  • Ateliermiete, Energie, Lagerung, Transport
  • Kosten und Zeitaufwand für Ausstellungen, Plattformen und Werbung
  • Fotografieren der Werke, Pflege der Webseite, Social Media
  • Kommunikation, Anfragen, Versandvorbereitung, Buchhaltung
  • Die emotionale Energie, die in jedem Werk steckt

Wenn man Kunst online kaufen oder im Atelier erwerben möchte, sieht man oft nur das fertige Bild. An das was aber noch alles dazugehört, wird meist nicht gedacht. Der Preis ist deshalb auch eine Form der Wertschätzung.

Ein offener Umgang

Ich spreche hier offen über meine Preisgestaltung. Wer meine Kunst betrachtet oder ein Werk erwerben möchte, soll nachvollziehen können, wie der Preis entsteht und was er beinhaltet. Meine Kunst ist fair kalkuliert, ehrlich im Ausdruck und mit Überzeugung entstanden. Auch wenn ich versuche ein Preisgefüge zu haben, das seine Käufer findet – ich möchte meine Kunst nicht als Handelsware und „Billigware“ herabstufen. Ich hoffe da auf Verständnis der Interessenten, Sammler und Käufer.

Wer ein Original kauft, erwirbt nicht nur ein Stück Leinwand, sondern auch eine Geschichte, Haltung und Emotion.

Fazit: Kunst ist kein Produkt von der Stange

Ich möchte mit meiner Kunst berühren, Freude wecken, zum Nachdenken und die Phantasie anregen. Sie ist für mich kein bloßes Dekorationsobjekt, sondern Ausdruck von Leben, Tiefe und Echtheit. Meine Werke sollen zugänglich bleiben, ohne aber ihren Wert zu verlieren.

Darum bleibe ich meinem Weg treu: fair im Preis, ehrlich im Ausdruck, offen im Gespräch. Denn wahre Kunst lebt nicht allein vom Verkauf, sondern von der Resonanz, die sie auslöst.

Auch ein freier künstlerischer Weg braucht eine wirtschaftliche Basis.
Denn eines ist klar: Ohne Verkäufe kann ich als Künstler nicht dauerhaft bestehen.

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