Kleine Formate, große Wirkung
Kleine Formate, große Wirkung – über das Schaffen im Kleinen
In den letzten Wochen habe ich meine gewohnte Größe der Malflächen verlassen und mich dem kleinen Format zugewandt.
Normalerweise entstehen meine Werke auf größeren Leinwänden – mit Raum für Bewegung und das Verlieren im Prozess des kreativen Schaffens. Die kleinen Formate sind zwischen 27 × 36 cm und 40 × 30 cm, kaum größer als ein Blatt Papier. Begrenzung statt Weite und doch liegt eine erstaunliche Freiheit darin.
Gerade in dieser Reduktion liegt doch ein besonderer Reiz.
Die Intimität des Kleinen
Ein kleineres Werk verlangt eine andere Haltung. Ich trete näher heran, körperlich wie gedanklich und alles geschieht in konzentrierteren Momenten. Aif kleiner Malfläche zählt jede Geste, jeder Strich hat Gewicht. Es ist fast, als würde ich mit der Leinwand in einen stillen Dialog treten, mehr als sonst. Eigentlich muss nichts unbedingt groß oder laut sein, um Bedeutung zu haben. Diese Nähe lässt mich leichter experimentieren, vielleicht weil das Risiko kleiner wirkt. Vielleicht, weil der Kopf leiser wird und die Intuition schneller spricht.
Das Arbeiten im Kleinen wurde für mich zu einer Art Leichtigkeitstraining. Ein Erinnern daran, warum ich überhaupt male: aus Freude, aus Neugier, aus dem einfachen Wunsch etwas entstehen zu lassen.
Serien – Wiederholung als Rhythmus
Einige dieser kleinen Werke entstanden als Serien. Nicht geplant, sondern intuitiv gewachsen. Die Reihe Silent Surface etwa, in unterschiedlichen Farbstimmungen (Violett Green oder Orange Blue), entwickelte sich fast von selbst.
Die Wiederholung desselben Formats, die Variation einer Farbwelt: Das alles hat etwas Musikalisches. Es ist, als würde man dieselbe Melodie in neuen Tönen weiterspielen. Ich finde, dass jede Wiederholung eine andere Stimmung bringt, einen anderen Akzent, ein anderes Echo hervorbringt. In der Abstraktion natürlich nochmal sehr viel stärker.
Ein Werk steht natürlich auch für sich allein. Aber miteinander atmen sie ruhiger, antworten einander, erzählen im Chor.
Kreativität im Fluss halten
Das Arbeiten im Kleinen hält mich in Bewegung. Während größere Projekte oft Geduld und Planung fordern, entstehen die kleineren spontan und sind sehr viel schneller fertig gestellt. Das macht sie lebendig und unmittelbar.
An Tagen, an denen ich einfach malen möchte, ohne Ziel oder Konzept, sind diese Formate wie geöffnete Fenster. Ich kann mich treiben lassen, ausprobieren, entdecken. Und das tut gut, für Kopf und Herz gleichermaßen.
Ein helleres Innenleben
Was mich an diesen kleinen Arbeiten fasziniert, ist die Wirkung die sie auf mich selbst haben. Sie bringen Leichtigkeit in den Prozess zurück. Ich muss nichts „Großes“ schaffen, um etwas Echtes zu fühlen. Jede kleine Fläche genügt, um Farbe, Form und Emotion wieder miteinander zu verbinden.
Grundsätzlich versuche ich in meiner Kunst ein Arbeiten ohne Druck, ohne das Streben nach Perfektion umzusetzen. Bei kleinen Werken ist das aber irgendwie eher ein spielerisches Erkunden. Das schafft (neuen) Raum für Freude, Neugier, für einen offenen und lebendigen Umgang mit der eigenen Kreativität.
Vielleicht liegt genau darin das Geheimnis: Das Kleine zwingt allein der Form wegen zur Konzentration und schenkt dabei gleichzeitig innere Freiheit. Manchmal entsteht doch gerade im Kleinen die größte Weite.
Ein stilles Weitergehen
Ob »Silent Surface«, »Oona« oder »Farbe atmet leise« – jedes dieser Werke trägt etwas von dieser Energie in sich. Sie sind ruhig, aber nicht still. Klein, aber nicht unbedeutend. Vielleicht sind sie Vorboten größerer Arbeiten, vielleicht bleiben sie einfach, was sie sind – kleine Momente reiner Schaffensfreude.
Kleine Formate mit für mich großer Wirkung. Nicht, weil sie viel zeigen, sondern weil sie erinnern, worum es in der Kunst eigentlich geht: ums Machen. Um das Dasein im Jetzt. Und um die Freude, Farbe und Gefühl miteinander tanzen zu lassen. Ich hoffe, dass sich diese Energie und Schaffensfreude auf die Betrachter und künftigen Besitzer übertragen kann.
Die fertigen kleinen Werke der vergangenen Wochen sind jetzt im Werkverzeichnis & Portfolio und werden nun veröffentlicht.